Bike & Yoga am Weissensee

Urlaub bei Freunden

Jaja, der Weissensee ist ein Prachtstück, eine Klasse für sich. Türkisblau glitzernd liegt er da, ganz unschuldig und klar. Anfangs kalt, doch beim zweiten Anlauf kann man diese ultimative Erfrischung schon geniessen. Vor allem dann, wenn man vorab fleißig gestrampelt oder sich beim Yoga maßlos verausgabt hat. Zudem gilt er in den Wintermonaten als größter, vollständig zugefrorener und eislauftauglicher See Europas – das verspricht freie Fahrt und ist mit ein guter Grund, bald wiederzukommen.

Tiefenentspannte Hunde

Das Plätzchen „Wiesenstrand“, welches zum Biohotel Gralhof gehört, ist besonders hübsch anzusehen. Neben einem Saunahäuschen, aka „the Yoga room“, findet man eine Bootshütte aus der man einfach so – mit einem Boot und Rudern ausgestattet – den See unsicher machen kann. Meistens konkurriert man eifrigst mit den zahlreichen Fischerbooten um den besten Platz.

Am Ende des kleinen Stegs steht ein heißbegehrter Master-Chill-Hängesessel mit Seeblick. Und egal wie man es dreht, früher oder später begegnet man dem Haushund – unermüdlich auf der Suche nach der Erleuchtung (oder doch kleinen Fischen?) im seichten Wasser. So ganz still, quasi im Stand-by-Modus, hinterlässt er stets einen Ausdruck von Verwunderung oder Verwirrung im Gesicht vieler Gäste.

Schmusekatzen vor’m Kamin

Den Gralhof zeichnet zudem eine treue Schar an Schmusekatzen aus, die auch gerne auf der Yogamatte oder vor dem warmen Kaminfeuer ein Plätzchen zum schnurren suchen. Corinna und Michael schmeißen den Laden seit vielen Jahren und schaffen es nebenbei auch noch die Kids zu versorgen oder mit auf eine Bike Tour zu kommen. Einfach grandios.

Man fühlt sich von Anfang an sehr wohl und wie zuhause. Die alte Scheune dient als Bike-Parkplatz, die Zimmer sind ein perfekt gelungener Mix aus urig und modern und duften traumhaft nach Holz. Das Essen ist schlichtweg zum niederknie’n (an dieser Stelle muss nochmals ein Hochlob an den Koch platziert werden) und der Bio-Gin mit Rosmarinzweig ist kein Geheimtipp mehr. Wir haben bis auf die letzten Reserven alles ausgetrunken.


Die frühe Kobra fängt den Wurm

Punkt sieben Uhr morgens erklingt ein imaginärer Gong und Maria Abel erwartet uns auf der Matte. It’s Yoga-time. Rauschatmung, herabschauender Hund (nein, nicht der Haushund), Kobra und diverse Krieger schwitzen. Nach den Bauchmuskelübungen liegen ein bis zwei Flüche in der Luft.

Am dritten Tag macht sich allerdings bereits eine Art Gewöhnungseffekt breit und auch der widerspenstigste Muskel lässt nun locker. Jeden Morgen die perfekte Vorbereitung für den Tag am Bike – Stabilität, Konzentration, Koordination, Balance und eine starke Mitte wurden zu teils dramatischen und mitreißenden Klängen praktiziert.

Abends findet der mehr oder weniger ruhigere Teil statt, mit Fokus auf Stretching und Relaxation bzw. die freudige Aussicht auf das bevorstehende Abendessen. Auch die Sauna wird gern genutzt um müde Muskeln noch müder zu machen. Alles da, keine Wünsche blieben offen.

Hühner und Gockel am Berg

Was man sonst noch so machen kann am Weissensee wird ersichtlich, wenn man den Blick etwas hebt, sich die morgendlichen Nebelschwaden lichten und den Blick auf das traumhafte Berg- und Hügelland ringsum freigeben. Maria hat vier verschieden Touren vorbereitet und das Wetter hat alle Stückerl gespielt. Perfekteste Bedingungen auf allen Trails.

Die neun Gefährten (Drei Gockel, sechs Hühner) – ein wunderbar harmonierender Mix aus Schweiz, München und Österreich, haben zwar leicht abweichende Levels und Ansprüche, doch das ist kein Thema, jeder kommt auf seine Rechnung. An dieser Stelle ist ein großes Lob an die „chefbikeguida“ Maria und den „assistant-guide“ Klaus auszusprechen.

Nach dem morgendlichen Bike-Check mit mechanischen, sattelstütz- und reifendrucktechnischen Herausforderungen, wird fröhlich los geritten. Genussgipfel, Traumpanorama, Frischluft-Überdosen, spontane Yoga-Einheiten, Schwammerlduft und köstliche Hüttenjaus’n begleiten uns die vier Tage. Meine Wenigkeit hat die Ehre, mit dem Waldboden besonders innig und fast schon intim zu werden – die Tour an Tag zwei war recht anspruchsvoll, doch wenn man dann in die innere Riege der Bike-Checks aufgenommen wird, heilen die Wunden rasant und der Lerneffekt wird verdoppelt.

Nun, zum Abschluss ist zu sagen – es war ein rundum perfektes Wochenende. Der Körper schwankt zwischen totaler Erschöpfung und Entspannung – mit Vitamin D vollgetankt und die Lungen frischluftgeflutet stellt sich ein Gefühl der maximalen Zufriedenheit ein. Kärnten, du bist so gut zu uns. Und wie eine wohl bekannte Teilnehmerin immer wieder zu sagen pflegt – „ es gibt keine Steigerung“. Hasta la vista, Weissensee.



Text: Joana Fürnschuß
Fotos: Maria Sendlhofer-Schag

Wir freuen uns über deine Bewertung

16 Bewertungen

Hinterlasse eine Antwort