Bikefex & Friends: James Dean, Georgien

Ein Brite auf Abwegen

Und ja, seine Eltern hatten Humor und waren – wie soll’s anders sein – Fan von Ikone James Dean … wir fanden’s ebenfalls lustig, und noch bevor wir bei unserem ersten Treffen in den Van am Flugfahren stiegen, musste ich ihm die “aufg’legte” Frage stellen. Mit einem Lächeln konterte er: “Yes, my parents thought it’s funny and you aren’t the first one asking. Let’s go ;-)”.

James ist Gründer von MPlus.ge in Tbilisi, einem Outdoor-Shop sowie Guiding-Unternehmen welches im ganzen Land tätig ist. Vor mehr als 4 Jahren rief er an und fragte mich, ob ich Bock auf Georgien hätte. Und so begann unsere Georgien-Reise in den Osten. Doch die Reise von James fing schon viel früher an, und hier schildert er uns kurz, wie sich ein Brite aus dem Mode-Business plötzlich in Georgien wieder findet.

Vom Catwalk nach Georgien

Nach gut 15 Jahren in der Fashion Branche und weiteren fünf Jahren in der Print-/Medien-Industrie war ich etwas gelangweilt und mein Job füllte mich nicht mal annähernd aus. Die Sehnsucht zu Radreisen war schon immer in mir verwurzelt, der Leidensdruck zu Hause im Job groß genug und so entschied ich 2011 kurzerhand mit dem Bike nach Hong Kong zu radeln. Ein nettes Unterfangen, vor allem dann, wenn man auf einer Insel startet. In Hong Kong wollte ich mir eine neue Arbeit suchen und wenn alles passt, mich dort häuslich niederlassen.

Ich habe England auf einem Santa Cruz Blur LT2 Full (nicht das Standard Touren-Bike wie man weiß) und mit der Fähre nach Zebruger in Belgien verlassen. Über Luxemburg, Deutschland, Österreich, Slovenien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien führte mich die Reise in die Türkei. Ich fuhr durch Istanbul und entschied mich für eine Route entlang des Schwarzen Meeres durch Armenien, den Iran und dann weiter durch die “-stan” Länder (Uzbekistan, Kasachstan, …) zum Pamir-Gebirge und China. Doch erstens kommt es anders …

Klebrig wie türkischer Honig

Als ich gerade durch die Türkei fuhr, traf ich Natia, eine Georgierin die gerade auf Urlaub hier war. Sie hat mich in ihre Heimat Georgien eingeladen. Ich habe bis dato so gut wie nichts über dieses Land gewusst und entschied wieder mal sehr kurzfristig, ein paar Tage mit ihr in der Hauptstadt Tbilisi zu verbringen. Der Plan war klar, ich wollte dann gleich weiter nach Iran – immerhin hatte ich bereits mein Visa beantragt. Die Fahrt durch Georgien war einzigartig und einmalig – das Land hat mich in seinen Bann gezogen. Die Berge, die Geschichte und natürlich Natia. Ein paar Tage wurden dann im Handumdrehen zehn, ein Monat und nachdem wir uns Hals über Kopf ineinander verliebt haben sind es mittlerweile 9 Jahre und 2 Kinder später. Immer noch glücklich wie am ersten Tag. Ich habe meine Reise nach China nie beendet – möchte das aber irgendwann mal machen.

Nach ein paar Monaten in der Stadt habe ich als Englisch-Lehrer angefangen zu arbeiten. Die lokale Sprache habe ich so gut wie gar nicht verstanden. Meine Freizeit habe ich mit Locals am Mountainbike in ganz Georgien verbracht – einige der Jungs mit denen ich unterwegs war, hatten ein kleines Leih-Geschäft für Outdoor-Equipment namens Mogzauri-Rent. Ein paar Jahre später, nachdem ich mit einem leider wenig vertrauenswürdigen Partner ein kleines MTB-Guiding Business entwickelt habe, bekam ich ein Angebot von Mogzauri-Rent als General Director. Meine Aufgabe war es, ein Konzept zu entwickeln und die Einnahmen zu sichern – heute bin ich CEO und das Unternehmen heißt MPlus!. Wir sind der führende Outdoor-Shop, Verleih und eines der größten Reisebüros in Georgien.

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