Bikefex & Friends: Ian Pendry, Pyrenäen

Ein weiterer Brite auf Abwegen

Und schon wieder ein Brite … aber diesen hier hat’s nicht nach Georgien verschlagen, sondern in die etwas weniger weit entfernten Pyrenäen nach Frankreich. Dort hat er gemeinsam mit seiner Frau Angela ein altes Hotel wieder zum Leben erweckt. Das Mouli del Riu, wie es heißt und liebevoll „Mouli“ genannt wird, ist nun Home-Base für die ganz Familie. Hier wird übrigens mit den Wirtsleuten gemeinsam zu Abend gegessen. Ein französisches Unterkunfts-Prinzip namens „Chambre et table d’hotes“ hat vermutlich steuerliche Vorteile – für den Gast allerdings weit mehr. Denn während man mit Ian und Angela am Tisch sitzt, bekommt man so einige tolle Geschichten zu hören. Meistens wird dabei vor lauter Faszination das Essen kalt. Und glaubt uns, die beiden haben eine Menge zu erzählen.

Von den Inseln in die Berge

Ein Sprung zurück in 2005: Angela war nun nach ihrer Mountainbike Weltcup-Karriere mehr als sechs Jahre als Hausfrau tätig, ich selbst hatte 12 Jahre für Scott Bikes gearbeitet. Mehr als genug, um mal wieder etwas Neues zu probieren. Zeit für Veränderungen. Nach einer kurzen Einberufung des Familien-Rates und unter Berücksichtigung aller Bedürfnisse des Familien-Lebens, der Mountainbikes, der Berge und unserer Leidenschaft für Abenteuer, war die Idee geboren, unseren eigenen Betrieb aufzumachen. Wir waren schon immer leidenschaftliche Biker und stets auf der Suche nach dem heiligen Trail, abseits von Bike-Parks und touristischer Infrastruktur. Die Wildnis der Pyrenäen und ihre unberührten Ecken haben uns in ihren Bann gezogen. Nachdem wir mehrere Monate die Karte studiert hatten und Tourismus-Büros zu Tode nervten, fiel unsere Wahl auf die Französischen Pyrenäen. Das Versprechen des Cerdagne Tals, das sonnigste Tal in Frankreich zu sein, hat die Entscheidung ebenfalls ein klein wenig beeinflusst.

Karma’s not a bitch

Wir stellten fest, dass wir in unserer näheren Umgebung hohe Berge hatten, viele verschiedene Gesteinsarten wie Granit, Konglomerat, Kalkstein und Schiefer sowie eine bunte Flora und Fauna von den 3.000 ern im Hinterland bis an die Küste des Mittelmeeres. Darüber hinaus war die Nähe zum Flughafen Barcelona ein großes Plus. Nun hatten wir nur noch ein klitzekleines Problem: ein Haus muss gefunden werden. Während wir unsere neue Heimat-Region aussuchten, haben wir uns natürlich auch bereits auf die Suche nach einer Home-Base gemacht. Wir suchten grob gesagt etwas mit 10 Zimmern, der Rest wird sich ergeben. Klingt einfach? War es nicht ganz. Doch wir haben unser „Mouli“ dann doch noch gefunden. Im Jänner 2006 waren wir zum ersten Mal in der Gegend und fragten bei einer Immobilien-Firma nach möglichen Häusern. Wie es der Zufall so will, hat uns der Verkäufer exakt jenes Haus gezeigt, dass auch uns in den letzten zwei Monaten immer wieder untergekommen ist. Ein Zufall? Bestimmt nicht. Also ab nach St. Pierre del Forcats um das Haus am nächsten Tage unter die Lupe zu nehmen. Leidenschaft, Karma, Schicksal … was auch immer – irgendetwas hat uns hier her geführt. Es war ein pures Abenteuer und ist es immer noch.

Neben dem Mouli betreiben wir eine Guiding-Agentur namens Altitude Adventure. Kommt vorbei, wir haben ein paar Geschichten für euch auf Lager.

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